22
Juli
2022

Regionale Leichtathleten überzeugten bei den deutschen Meisterschaften in Ulm

Elena Schernhardt holte die Bronze Medaille über 200 m der Altersklasse U18

Regionale Leichtathleten überzeugten bei den deutschen Meisterschaften in Ulm
Elena Schernhardt bei Ihrem 200 m Rennen (Foto Claus Habermann)

Das Ulmer Donaustadion gehört zu den schönsten Stadien der deutschen Leichtathletik, in welchem am vergangenen Wochenende die deutschen Jugendmeisterschaften stattfanden. Bei hochsommerlichen Bedingungen fühlten sich die regionalen Athleten im Kurzsprint sichtlich wohl und überzeugten mit Top-Leistungen.

Die Teisendorfer Athletin Elena Schernhardt hatte die Qual der Wahl in der Altersklasse U18, denn sie hatte sowohl über die 100 m und 200 m Strecke, als auch über die 400 m die erforderliche Norm erfüllt. Somit musste die Bundeskaderathletin bereits im Vorfeld eine Entscheidung treffen, da alle drei Wettbewerbe an einem Wochenende nicht möglich wären. Die Entscheidung fiel für die Kurzstrecken 100 m und 200 m, denn diese Disziplinen erstreckten sich über beiden Wochenendtage. Am Samstag stand sich im Donaustadion die deutsche Elite über 100 m gegenüber. Insgesamt waren dafür fünf Vorläufe angesetzt. In ihrem Vorlauf konnte sich Elena Schernhardt souverän mit einer Zeit von 12,24 sec durchsetzen und ins Halbfinale einziehen. Leider waren die 100 Meter Läufe von stark wechselnden Winden geprägt, sodass sie sich zu einer kleinen Wind-Lotterie entwickelten. Im Halbfinale lief die Sprinterin in einer sehr guten Zeit von 12,09 sec, bei leichtem Gegenwind, das zweitschnellste Rennen ihrer Karriere. Leider verpasste sie denkbar knapp, um 0,06 sec, das Finale. Mit dieser tollen Leistung waren alle sehr zufrieden, aber durch den starken Rückenwind des anderen Halbfinales war ein Erreichen des Finales leider nicht möglich.

Am zweiten Tag standen dann die 200 m auf dem Programm. Diese Disziplin zählt aktuell zu ihren Stärken. Sie reiste als viertschnellste Sprinterin nach Ulm und somit war die eigene Erwartungshaltung ziemlich groß. Im Vorlauf zeigte die Traunsteiner Gymnasiastin, dass an diesem Tag mit ihr zu rechnen ist. Sie gewann mit einem sehr guten Rennen den Vorlauf und zog als Drittschnellste ins nachfolgende Finale ein. Somit verringerte sich der Druck nicht wirklich, weil nach dem Vorlauf das Ziel von „Ich möchte im Finale sein“ zu „Oh es könnte auch Edelmetall sein“ geändert hatte. Da die Konkurrenz im Finale sehr stark war, war jedem bewusst, dass es ein sehr enges Rennen werden würde. Die Athletin des TSV Teisendorf kämpfte bis zur Ziellinie und gewann, bei einem starken Gegenwind von 1,6 m/s, in einer tollen Zeit von 24,84 sec den hervorragenden 3. Platz. Sie musste sich nur Holly Okuku von der GSV Eintracht Braunautal, die erst kürzlich den 2. Platz über 200 m bei U18 – EM in Israel gewann, und Annika Just von der LAC Passau, die sich in Israel über 100 m den 7. Platz in Europa sicherte, geschlagen geben.

Bereits am Samstag ging der Traunreuter Roman Kobar, der in diesem Jahr immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, in der Altersklasse U20 über 100 m an den Start. Er sicherte sich erst bei seinem letzten Rennen,mit einer Zeit von 11,11 sec, die Norm und somit die Teilnahme bei den deutschen Meisterschaften. Er überraschte alle mitgereisten Fans und auch sich selbst, als er im ersten Vorlauf eine hervorragende Zeit von 10,93 sec auf Bahn zauberte. Leider war der Rückenwind mit 2,1 m/s, minimalst zu viel, damit die Zeit in die Bestenlisten eingetragen werden konnte. Wäre der Wind bei 2,0 m/s gewesen, hätte er sich in die Rekordliste im Kreis Chiemgau als schnellster Mann aller Zeiten eintragen können. Jetzt begann das große Zittern, weil er sich für das Halbfinale qualifizieren wollte. Leider wurde er an diesem Tag nicht belohnt, da ihm am Ende 0,02 sec für den Einzug in das Halbfinale fehlten. Trotzdem kann Roman Kobar mit seiner Leistung sehr zufrieden sein und beim nächsten Rennen Anfang August in Andorf / Österreich seine bestechende Form präsentieren.

Kategorie: Leichtathletik Zugriffe: 287 Verfasser: Michael Thanbichler